Eigenversorgung und EEG-Umlage

Mit der EEG-Umlage sollen die Kosten der Förderung erneuerbarer Energien bundesweitet verteilt werden. Jeder Letztverbraucher zahlt die EEG-Umlage mit seinem Strompreis.

Im Prinzip funktioniert die EEG-Umlage so: Netzbetreiber sind gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen und in festgelegter Höhe zu vergüten. Der von diesen Anlagen eingespeiste EE-Strom wird von den Übertragungsnetzbetreibern an der Strombörse verkauft. Meist ist der Strompreis an der Börse geringer, als der gesetzlich vorgegebene Vergütungspreis. Die Differenz wird aus der EEG-Umlage ausgeglichen. Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen die EEG-Umlage jährlich auf ihrer gemeinsamen Internetseite.

Nicht nur für den aus dem öffentlichen Netz über einen Stromlieferanten bezogenen Strom fällt EEG-Umlage an, sondern auch für selbst verbrauchten (oder an Dritte, zum Beispiel Mieter, gelieferten) Strom aus einer EEG- oder KWK-Anlage besteht gemäß § 61 EEG 2017 eine grundsätzliche Pflicht zur Zahlung der (anteiligen) EEG-Umlage durch den Eigenversorger beziehungsweise Letztverbraucher. Die EEG-Umlage wird in den meisten Fällen vom Anschlussnetzbetreiber erhoben und an den Übertragungsnetzbetreiber weitergegeben.

Die Höhe der EEG-Umlage im Fall von Eigenversorgung regelt das EEG 2017 in den §§ 61-61l. Ausführliche Informationen zum Thema EEG-Umlage und Eigenversorgung finden Sie auch im Energielexikon der Bundesnetzagentur.

Betreiber von EEG- und KWK-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01. August 2014, deren erzeugter Strom ganz oder teilweise selbst oder von Dritten verbraucht wird, haben die Pflicht, dem Netzbetreiber (oder dem Übertragungsnetzbetreiber bei Drittversorgung) die umlagepflichtige Strommenge bis zum 28. Februar eines Jahres für das Vorjahr zu melden. Auch ältere Anlagen können von dieser Pflicht betroffen sein, sofern relevante Änderungen nach dem 31. Juli 2014 stattgefunden haben. Bitte beachten Sie, dass gemäß § 61i EEG 2017 (neu) ein Verstoß gegen die Meldepflicht dazu führt, dass die 100-prozentige EEG-Umlage für das betreffende Abrechnungsjahr berechnet werden muss!

Zur Unterstützung der Erfüllung Ihrer Meldepflicht stellen wir Ihnen in der Downloadbox rechts einen Meldebogen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zu dieser und anderen Pflichten im Zusammenhang mit dem Betrieb von EEG- und KWK-Anlagen finden Sie hier oder auf den Seiten der Bundesnetzagentur.

Für Strom aus welchen Anlagen ist EEG-Umlage zu zahlen?

Die Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage gilt für Eigenerzeugungsanlagen (EEG- und KWK-Anlagen) mit Inbetriebnahme ab 1. August 2014. Für ältere Anlagen besteht in der Regel Bestandsschutz, so dass keine EEG-Umlage für den Eigenverbrauch zu zahlen ist. Wurden aber nach dem 31. Juli 2014 Änderungen an der Anlage vorgenommen (Änderungen des Messkonzepts, Erweiterung der Anlage, Betreiberwechsel, Umstellung von Voll- auf Überschusseinspeisung, etc.) ist die Umlagepflicht neu zu bewerten. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein und sie zahlen bisher noch keine EEG-Umlage, setzen Sie sich bitte umgehend mit uns in Verbindung.

Wie hoch ist die EEG-Umlage?

Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen die EEG-Umlage jährlich auf ihrer gemeinsamen Internetseite. Für viele EEG- und KWK-Anlagen gilt ein reduzierter Satz sofern die Voraussetzungen gemäß der §§ 61a bis 61i und 61l EEG 2017 (neu) und wenn die entsprechenden Meldepflichten eingehalten werden.

Gibt es Sonderregelungen für kleine Anlagen?

Bei Anlagen mit maximal 10 kW installierter Leistung ist eine eigenverbrauchte Strommenge von 10.000 kWh pro Jahr von der Umlagepflicht befreit.

An wen ist die EEG-Umlage zu zahlen?

Die EEG-Umlage wird in den meisten Fällen von der Stromnetz Hamburg GmbH automatisch erhoben und an den Übertragungsnetzbetreiber abgeführt. Bei der Belieferung von Dritten, zum Beispiel Kundenanlagen und immer dann, wenn der Anlagenbetreiber und Letztverbraucher des erzeugten Stroms nicht identisch sind, erfolgt die Abrechnung direkt zwischen dem Anlagenbetreiber mit dem Übertragungsnetzbetreiber. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall direkt an 50Hertz Transmission GmbH.

Gibt es besondere Pflichten im Zusammenhang mit Eigenversorgung und EEG-Umlage?

Es bestehen Meldepflichten im Zusammenhang mit dem Eigenverbrauch von Strom und der EEG-Umlage (§ 74a EEG 2017). Ein Verstoß gegen die Meldepflicht führt dazu, dass sich die EEG-Umlage auf bis zu 100% erhöht (§ 61i EEG 2017 (neu)).  Ausführliche Informationen finden Sie im Kapitel Meldepflichten und Sanktionen oder zum Beispiel auf den Seiten der Bundesnetzagentur.