Meldepflichten bei negativen Börsenpreisen

Negative Preise an der Strombörse können beispielsweise dann entstehen, wenn ein hohes Stromangebot auf eine geringere Nachfrage trifft.

Sowohl das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) als auch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2016) sehen für diese Fälle vor, dass für Zeiträume, in denen negative Preise vorliegen, für viele Anlagen keine Vergütung zu zahlen ist.

Negative Börsenpreise – Regelungen für EEG-Anlagen

Gemäß § 24 EEG 2014 bzw. § 51 EEG 2017 verringert sich der Vergütungsanspruch auf null, wenn in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Stunden der Wert des Stundenkontrakte am Spotmarkt der Strombörse negativ ist. Die Vergütung wird in diesem Fall für die Dauer dieses Zeitraumes abgesenkt.

Diese Regelung gilt für EEG-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 1. Januar 2016 und einer installierten Leistung von mehr als 500 kW, bei Windkraftanlagen ab einer installierten Leistung von 3.000 kW. Anlagenzusammenfassungen nach § 32 EEG 2014 bzw. § 24 EEG 2017 sind zu beachten.

Sofern Ihre EEG-Anlage hiervon betroffen ist, die Stromnetz Hamburg GmbH dort Messstellenbetreiber ist und die Anlage am Gutschriftsverfahren teilnimmt, nehmen wir ab dem Abrechnungsjahr 2017 für Sie die Korrektur der Zeiträume mit negativen Börsenpreisen vor. Die Korrektur erfolgt einmal jährlich mit einer dreizehnten Rechnung.

Eine tabellarische Übersicht über die Zeiträume mit und ohne Vergütungsanspruch für Anlagen nach EEG finden Sie hier.

Negative Börsenpreise – Regelungen für KWK-Anlagen

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2016)  regelt in § 7 Abs. 7, dass kein Anspruch auf Zahlung der KWK-Zuschläge für Zeiträume besteht, in denen der Wert der Stundenkontrakte am Spotmarkt der Strombörse null oder negativ ist. Für diese Zeiträume ist die Vergütung also auf null zu setzen, die Zeiträume werden allerdings nicht auf die Vergütungsdauer (Vollbenutzungsstunden) angerechnet.

Diese Regelung gilt für KWK-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 1. Januar 2016, sofern sie keine Übergangsregelung nach § 35 KWKG 2016 in Anspruch nehmen. Ausgenommen sind außerdem Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis zu 2 kW mit pauschalierter Zahlung der Zuschläge nach § 9 KWKG 2016.

Bitte beachten Sie, dass Sie als Anlagenbetreiber gemäß § 15 Abs. 4 KWKG 2016 verpflichtet sind, Stromnetz Hamburg als ihrem Stromnetzbetreiber jährlich bis zum 31. März eines Jahres für das Vorjahr zur Abrechnung die Strommengen mitzuteilen, die sie in den Zeiträumen negativer Preise erzeugt und/oder eingespeist haben. Kommen Sie dieser Verpflichtung nicht nach, so erfolgt die Kürzung pauschal um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem der Börsenpreis null oder negativ war.

 

Zur Meldung der Mengen stellen wir Ihnen in der Downloadbox rechts ein Formular bereit, welches Sie direkt am Bildschirm ausfüllen können.. Eine aktuelle tabellarische Übersicht über die Zeiträume mit und ohne Vergütungsanspruch für Anlagen nach KWKG 2016 finden Sie hier.

Bitte beachten Sie: Voraussichtlich werden Sie zunächst eine Jahresabrechnung für 2018 erhalten, die noch keine Mengenkorrektur beinhaltet. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Sie weiterhin in 2019 Abschläge erhalten, da diese automatisch mit der Abrechnung gebildet werden. Sie erhalten dann zu einem späteren Zeitpunkt eine Korrektur der Rechnung, bei der entweder die von Ihnen gemeldeten Mengen abgezogen werden oder – sollte keine fristgemäße Meldung erfolgt sein – die pauschale Kürzung vorgenommen wird.