Dienstag, 11. Februar 2020

Stromnetz Hamburg startet den Rollout für intelligente Messsysteme

Die letzte Hürde ist genommen. Der für Hamburg grundzuständige Messstellenbetreiber Stromnetz Hamburg GmbH beginnt mit dem zertifizierten Smart-Meter-Gateway den verpflichtenden Rollout für intelligente Messsysteme. Die Rollout-Pilotphase umfasst bis zu 1.000 intelligente Messsysteme, die zunächst in Anlagen der Freien und Hansestadt Hamburg eingebaut werden. Nach technischer und betrieblicher Optimierung der Abläufe steigt Stromnetz Hamburg in die Massenrolloutphase ein.

Grundvoraussetzung für den Start des Rollouts ist, dass drei voneinander unabhängige Hersteller intelligente Messsysteme mit zertifizierten Gateways am Markt anbieten und dies vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) festgestellt wird. Dies ist nun Ende 2019 geschehen. Das Zertifikat beinhaltet den Nachweis der Einhaltung von Sicherheitsvorgaben durch das Smart-Meter-Gateway, die zertifizierten Herstellungs- und Entwicklungsprozesse der Hersteller sowie die Auslieferungswege der Geräte durch das BSI. Nun fehlt nur noch der offizielle Startschuss des BSI mit der Aktualisierung der Marktanalyse und der nachfolgenden Markterklärung. Diese ist vom BSI für den 24. Februar 2020 angekündigt.

Thomas Volk, Geschäftsführer Stromnetz Hamburg GmbH: „Nachdem wir bereits seit 2016 als erster in der Branche als Gateway-Administrator vom BSI zertifiziert wurden, sind wir auch als grundzuständiger Messstellenbetreiber bereit, zertifizierte Smart-Meter-Gateways betreiben zu können. Bevor unsere Kunden die neuen Geräte erhalten, unterziehen wir sie in unserem Labor ausführlichen Tests. Erst danach kann die Umstellung auf intelligente Messsysteme erfolgen. Mithilfe digitaler Messdaten und automatisierter Prozessabläufe sind wir in der Lage, unserer Verantwortung zur Digitalisierung der Energiewende gerecht zu werden. Dafür ist ein stabiles und sicheres Kommunikationsnetz unabdingbar.“

Erst das Kommunikationsmodul „Gateway“ macht den digitalen Zähler zum intelligenten Messsystem. Es übermittelt ausschließlich die notwendigen Messdaten verschlüsselt an gesetzlich definierte, berechtigte Empfänger, wie Stromlieferanten und Netzbetreiber. Das Gateway übernimmt die Verschlüsselung, Tarifierung und Zählerfernübertragung. Die nach Common Criteria (CC) offiziell zertifizierten Gateways erfüllen damit besonders straffe Datenschutz- und Datensicherheitsvorschriften. Derartig hohe Sicherheitsauflagen finden sich in Europa kein zweites Mal wieder.

In Hamburg werden etwa 100.000 Kunden ein intelligentes Messsystem erhalten – Kunden, die einen durchschnittlichen Jahresverbrauch über 6.000 kWh haben oder Erzeuger ab 7 kW. Alle anderen, 1 Million Kunden, erhalten lediglich einen digitalen Zähler ohne Kommunikationseinheit, – moderne Messeinrichtung -, es sei denn, sie äußern den Wunsch nach einem intelligenten Messsystem.

Für den Kunden bringt der Einbau des intelligenten Messsystems mehr Verfügbarkeit und Übersichtlichkeit über seine eigenen Messdaten. Diese werden im täglichen Rhythmus als Viertelstundenwerte an den Netzbetreiber versandt. Damit entfällt zugleich auch die jährliche Zählerstands-Meldung. Die Nutzer können ihre Verbräuche bequem über ein Online-Portal einsehen und werden für ihren eigenen Energieverbrauch sensibilisiert.

Für das Stromnetz soll der Einsatz dieser Geräte zukünftig auch die Steuerung von Ladestationen für E-Fahrzeuge ermöglichen. Dies kann langfristig zur Stabilisierung der Netzinfrastruktur genutzt werden. Konkret untersucht Stromnetz Hamburg dies im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Projektes „Elbe“.

Hintergrund: In 2016 ist das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (GDEW) in Kraft getreten. Kern des GDEW ist das neue Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das die Vorgaben zur Messung und zum Messstellenbetrieb bündelt sowie die Grundlagen für den Rollout digitaler Zähler schafft. Es ver-pflichtet alle Messstellenbetreiber flächendeckend moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme einzubauen. In Hamburg ist die Stromnetz Hamburg GmbH als grundzuständiger Messstellenbetreiber für den Betrieb und die Messung der Stromzähler verantwortlich. Die Kunden können zwi-schen dem grundzuständigen Messstellenbetreiber oder auch dritten Anbietern wählen.

Presseanfragen:
Anette Polkehn-Appel, Stromnetz Hamburg GmbH, Bramfelder Chaussee 130, 22177 Hamburg, 040 49202 8344, presse@stromnetz-hamburg.de